Erstellen Sie eigene Gems mit Google Gemini

IT-P GmbH
20.10.2025
4 Minuten

Sind Sie es leid, Ihrem KI-Assistenten immer wieder dieselben Informationen geben zu müssen? Stellen Sie sich vor, Ihre KI kennt bereits alle wichtigen Details – von Ihrer Branche über Ihren Stil bis hin zu Ihren aktuellen Projekten. Genau hierfür wurden die Gems in Google Gemini entwickelt: personalisierte KI-Assistenten, die Sie selbst erstellen und auf Ihre Anforderungen zuschneiden können. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen praxisnah und Schritt für Schritt, wie Sie eigene Gems anlegen, anpassen und effektiv nutzen.

Was sind Google Gemini Gems?

Google Gemini ist der KI-Assistent von Google. Er ist leistungsfähig, vielseitig und darauf ausgelegt, Texte zu verstehen und zu generieren sowie mit Dateien oder Bildern zu arbeiten. Gems sind maßgeschneiderte Versionen dieses Assistenten. Sie können eigene Gems mit Anweisungen, Wissen und einem bestimmten Stil ausstatten, sodass sie genau zu Ihren Aufgaben passen.

Beispiel: Ein Gem könnte beispielsweise als Marketing-Coach agieren und Ihre Firmen-Tonalität kennen. Alternativ könnte es als Coding-Buddy agieren und Ihre bevorzugten Programmierrichtlinien im Blick behalten. So sparen Sie Zeit, da Ihr Gem nicht jedes Mal bei null beginnt, sondern bereits mit Kontext arbeitet.

Warum eigene Gems erstellen?

Für Unternehmen, Fachkräfte und IT-Teams ergeben sich gleich mehrere Vorteile:

  • Effizienz: Wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisieren und standardisieren.
  • Konsistenz: Antworten folgen stets den vorgegebenen Regeln.
  • Personalisierung: Sie können Tonalität, Fachsprache und Hintergrundinfos festlegen.
  • Vielseitigkeit: Mehrere Gems decken unterschiedliche Rollen ab – vom Datenanalysten bis zum Schreibcoach.
  • Kontrolle: Gems lassen sich jederzeit anpassen, optimieren oder löschen.

Voraussetzungen

Bevor Sie loslegen, benötigen Sie Folgendes:

  • Ein Google-Konto (privat oder Workspace).
  • Zugang zu Gemini Advanced oder einem Workspace-Konto mit freigeschalteten Gemini-Funktionen.
  • Aktuelle Version der Gemini-Web-App (Desktop-Browser).
  • Für manche Funktionen: Freigaben im Google-Workspace-Adminbereich.

Schritt-für-Schritt: Eigenen Gem erstellen

Den Gem-Manager öffnen

  • Rufen Sie gemini.google.com auf.
  • Melden Sie sich an.
  • Klicken Sie im linken Menü auf „Gems entdecken“ (Edelstein-Symbol).
  • Wählen Sie „Neues Gem“, um einen neuen Assistenten anzulegen.

Name

Hier vergeben Sie einen eindeutigen und prägnanten Namen für Ihren Gem. Dies hilft Ihnen, ihn in Ihrer Sammlung schnell wiederzufinden.

Anleitung 

Dieses Feld ist das Herzstück Ihres Gems. Hier definieren Sie die Rolle, die Aufgabe, den Kontext und den Tonfall für Ihre KI. Sie können Gemini klare Anweisungen geben, wie es sich verhalten soll. Im Beispiel ist der Gem als Gärtnerin oder Gärtner konzipiert, der sich auf trockenheitsresistente Pflanzen spezialisiert hat. Sie könnten hier auch eine Persona wie “Marketing-Coach”, “Technischer Support-Assistent” oder “Datenanalyst” festlegen.

Wissen

In diesem Bereich können Sie Dateien hochladen, auf die Ihr Gem zugreifen soll. Dies können Dokumente wie Handbücher, interne Richtlinien, Unternehmensdatenblätter, Produktbeschreibungen oder andere relevante Informationen sein. So kann der Gem auf spezifisches Wissen zugreifen und Antworten auf Basis Ihrer eigenen Daten generieren, anstatt nur auf allgemeine Informationen zurückzugreifen.

Vorschau

Die Vorschau-Ansicht auf der rechten Seite zeigt Ihnen in Echtzeit, wie Ihr Gem auf Ihre Anweisungen reagiert. Hier können Sie direkt im Bearbeitungsmodus Fragen an Ihren Gem stellen, um seine Antworten zu testen und die Anweisungen bei Bedarf anzupassen. So können Sie sicherstellen, dass er genau so funktioniert, wie Sie es sich vorstellen.

Anweisungen optimieren

Nutzen Sie das Zauberstab-Symbol neben dem Eingabefeld, um Ihre Anweisungen automatisch verfeinern zu lassen. Die KI schlägt eine optimierte Fassung vor, die Sie anpassen oder übernehmen können.

Wissen hinzufügen

Sie können Dateien hochladen oder Google-Drive-Dokumente verknüpfen. So erhält Ihre Gem direkten Zugriff auf relevante Informationen (z. B. Handbücher, Richtlinien, Datenblätter).

Testen und speichern

Nutzen Sie die Vorschau im Editor, um Fragen an Ihre Gem zu stellen. Wenn die Antworten Ihren Vorstellungen entsprechen, klicken Sie auf “Speichern”.

Eigene Gem verwenden

Ihre Gems erscheinen in der Seitenleiste unter „Gems“. Klicken Sie auf den Namen, um mit der jeweiligen Gem zu chatten.

Favoriten anpinnen

Häufig genutzte Gems können Sie mit 📌 anpinnen. So erscheinen sie immer oben in der Liste.

Verwaltung: Bearbeiten oder löschen

Über das Drei-Punkte-Menü lassen sich Gems jederzeit editieren oder löschen. So halten Sie Ihre Sammlung aktuell und übersichtlich.

Tipps für erfolgreiche Gems

  • Klein anfangen: Starten Sie mit einem klar abgegrenzten Zweck.
  • Kontext geben: Je mehr Infos Sie einbinden, desto besser die Ergebnisse.
  • Tonfall definieren: Sachlich, kreativ, motivierend – alles steuerbar.
  • Iterativ verbessern: Testen, Feedback sammeln, nachschärfen.
  • Vordefinierte Gems nutzen: Google bietet fertige Vorlagen zum Anpassen an.

Mit maßgeschneiderten Gems können Sie Ihre Arbeitsweise direkt in die KI übertragen. Statt auf generische Antworten zurückzugreifen, gestaltet sich die Interaktion persönlicher, zielgerichteter und relevanter. So lassen sich komplexe Workflows vereinfachen, Abläufe dokumentieren oder auch kreative Prozesse unterstützen.

Beispiele für Anwendungsfelder

  1. Projektmanagement: Automatisiertes Erstellen von Aufgabenlisten, Fortschrittskontrollen oder Statusberichten.
  2. Wissensmanagement: Aufbau eines Assistenten, der firmenspezifische Prozesse, Richtlinien oder Dokumentationen kennt und jederzeit abrufbar macht.
  3. Kundensupport: Entwicklung eines Bots, der konsistente Antworten auf häufig gestellte Fragen liefert und mit Hintergrundinformationen gefüttert ist.
  4. Content-Erstellung: Unterstützung beim Verfassen von Texten, der Ideenfindung oder dem Redigieren nach Ihren Stilvorgaben.
  5. Persönliche Produktivität: Erinnerungen, Planungen und Routinen, die sich flexibel an Ihren Alltag anpassen.

Viele Vorteile für Teams und Einzelpersonen

Eigene Gems in Google Gemini sind ein wirkungsvoller Weg, KI individuell und praxisnah einzusetzen. Mit wenigen Schritten entstehen Assistenten, die Ihre Sprache sprechen, Ihre Regeln beachten und auf Ihr Wissen zugreifen. So werden Aufgaben schneller erledigt, Entscheidungen fundierter und die Arbeit insgesamt produktiver. Besonders im Team entfalten Gems ihr Potenzial: Gemeinsame Wissensquellen können zentral genutzt werden, während individuelle Gems persönliche Arbeitsweisen unterstützen. Auf diese Weise entsteht eine ausgewogene Verbindung von Standardisierung und Flexibilität.

✅ Bildquelle: Azulblue– stock.adobe.com. Das Bild ist lizenziert und urheberrechtlich geschützt.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Google Gemini Gems

Was passiert mit meinen hochgeladenen Daten in Bezug auf den Datenschutz?

Bei der Nutzung von Gems in den Google-Workspace-Enterprise- oder -Business-Tarifen werden hochgeladene Dokumente und Chat-Inhalte standardmäßig nicht zum Trainieren der globalen KI-Modelle verwendet. Im privaten Bereich sollten Nutzer jedoch vorsichtig sein und keine sensiblen personenbezogenen Daten teilen, da hier andere Bestimmungen gelten können. Um maximale Datensicherheit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die spezifischen Workspace-Admin-Einstellungen zu prüfen.

Wie kann ich erstellte Gems mit meinem Team oder externen Partnern teilen?

Derzeit ist die Freigabe von Gems vor allem auf die Erstellung innerhalb eines Kontos ausgelegt. Eine direkte „Share-Button“-Funktion für die gesamte Organisation wird schrittweise eingeführt. In Workspace-Umgebungen können Administratoren jedoch steuern, welche Nutzergruppen Zugriff auf die Erstellung von Gems haben. Für eine Zusammenarbeit im Team müssen die Anweisungen aktuell oft noch manuell als Prompt-Vorlage kopiert und verteilt werden.

Welche technischen Limits gibt es beim Hochladen von Dateien in den Wissensbereich?

Die Anzahl der Dateien und die Gesamtgröße des Kontextfensters sind abhängig vom jeweiligen Abonnement (z. B. Gemini Advanced). In der Regel können mehrere Dokumente gleichzeitig verarbeitet werden. Bei extrem umfangreichen PDFs (mit hunderten Seiten) kann die KI jedoch an Präzision verlieren. Für optimale Ergebnisse sollten Dateien klar strukturiert und textbasiert sein, da rein bildbasierte Scans ohne OCR-Ebene schwieriger zu erfassen sind.

Kann ein Gem aktiv auf Live-Daten aus dem Internet zugreifen?

Ja, Gems behalten die grundlegende Fähigkeit von Gemini bei, Websuchen durchzuführen, sofern dies in den Anweisungen nicht ausdrücklich untersagt wird. Der Vorteil gegenüber dem Standard-Chat ist, dass Gems die Suchergebnisse sofort durch die Brille Ihrer definierten Persona filtert und bewertet. So kann ein „Marktforschungs-Gem” beispielsweise aktuelle Trends finden und diese direkt mit Ihren internen Produktvorgaben abgleichen.

Gibt es eine API-Schnittstelle, um Gems in eigene Firmen-Apps zu integrieren?

Die Gems innerhalb der Gemini-Weboberfläche sind primär für die direkte Interaktion mit Nutzern gedacht und verfügen über keine separate API. Entwickler, die ähnliche Funktionen in ihre eigene Software einbauen möchten, müssen auf die Google AI Studio- oder die Vertex AI-Plattform zugreifen. Über die Funktion „System Instructions“ lassen sich dort identische Logiken abbilden, die dann via API-Schnittstelle skalierbar in externe Anwendungen fließen.

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