Die weltweiten IT-Ausgaben werden voraussichtlich deutlich stärker steigen als bisher erwartet. Laut einer aktuellen Prognose von Gartner werden Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Technologieanbieter im Jahr 2026 rund 6,37 Billionen US-Dollar für IT ausgeben. Das entspricht einem Wachstum von 14,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2025. Haupttreiber dieser Entwicklung ist der massive Ausbau der KI-Infrastruktur. Insbesondere Rechenzentren, Cloud-Plattformen, IaaS-Angebote, Speicherlösungen und Hochleistungsrechner profitieren von der steigenden Nachfrage nach KI-Workloads. Gartner sieht darin keinen kurzfristigen Effekt, sondern eine strukturelle Verschiebung der IT-Budgets.
John-David Lovelock, Distinguished VP Analyst bei Gartner, beschreibt den Aufbau der für KI erforderlichen Rechenkapazität als eines der größten Infrastrukturprojekte der Menschheit. Damit ist vor allem die technische Grundlage gemeint, die notwendig ist, um generative KI, KI-gestützte Anwendungen und datenintensive Geschäftsprozesse zuverlässig betreiben zu können. Für CIOs und kaufmännische Entscheider ergibt sich daraus ein Zielkonflikt: Einerseits müssen Unternehmen investieren, um Zugang zu neuen KI-Funktionen, Automatisierung und skalierbarer Rechenleistung zu erhalten. Andererseits bleiben Budgets knapp, es bestehen Lieferengpässe und steigende Speicherkosten sowie Energiekosten erhöhen den Druck auf die Wirtschaftlichkeit.
Die wichtigsten Punkte der Gartner-Prognose:
- Die weltweiten IT-Ausgaben werden dieses Jahr noch voraussichtlich auf 6,37 Billionen US-Dollar steigen.
- Gartner prognostiziert damit ein Wachstum von 14,2 Prozent gegenüber 2025.
- KI-Infrastruktur, Rechenzentren, IaaS und Cloud-Dienste zählen zu den wichtigsten Wachstumstreibern.
- Unternehmen müssen Investitionen stärker nach Effizienz, Risiko, Transparenz und messbarem Business-Nutzen priorisieren.
- Trotz knapper Budgets steigt der Druck, KI-Workloads und regulatorische Anforderungen zuverlässig abzudecken.
Auch die Ausgaben für öffentliche Cloud-Dienste werden voraussichtlich weiter steigen. Viele Unternehmen nutzen IaaS, um flexibler Rechenleistung zu beziehen, statt eigene Infrastruktur in großem Umfang aufzubauen. Gleichzeitig investieren Hyperscaler massiv in Rechenzentren der nächsten Generation, um die steigende Nachfrage nach KI-gestützten Anwendungen bedienen zu können.
Wo die IT-Ausgaben 2026 am stärksten steigen
Das Wachstum verteilt sich nicht gleichmäßig auf den gesamten IT-Markt. Besonders stark steigen die Ausgaben für die technische Infrastruktur, die für KI-Anwendungen und Cloud-Dienste benötigt wird.
| IT-Bereich | Ausgaben 2026 | Wachstum gegenüber 2025 |
|---|---|---|
| Rechenzentrumssysteme | 822 Mrd. US-Dollar | 62,5 % |
| Infrastructure as a Service | 287 Mrd. US-Dollar | 29,3 % |
| Software | 1,47 Bio. US-Dollar | 15,5 % |
| Geräte | 868 Mrd. US-Dollar | 9,8 % |
| IT-Services | 1,57 Bio. US-Dollar | 5,3 % |
| Kommunikationsdienste | 1,35 Bio. US-Dollar | 4,4 % |
Gartner erwartet den mit Abstand stärksten prozentualen Anstieg bei Rechenzentrumssystemen. Die Ausgaben in diesem Bereich sollen von 506 Milliarden auf 822 Milliarden US-Dollar steigen. Auch IaaS wächst mit 29,3 Prozent deutlich. Unternehmen und Cloud-Anbieter benötigen immer mehr flexibel verfügbare Rechenleistung, um KI-Modelle, intelligente Anwendungen und datenintensive Prozesse betreiben zu können.
In absoluten Zahlen bleiben IT-Services, Software und Kommunikationsdienste jedoch die größten Ausgabenblöcke. Das zeigt, dass Unternehmen nicht nur in neue Hardware investieren. Gleichzeitig müssen sie Anwendungen modernisieren, Cloud-Plattformen ausbauen, bestehende Systeme integrieren und zusätzliche Betriebs- sowie Beratungsleistungen einkaufen.
Die Zahlen machen außerdem deutlich, dass nicht der gesamte IT-Markt gleichermaßen von dieser Entwicklung profitiert. Das zusätzliche Budget konzentriert sich vor allem auf KI-fähige Infrastruktur, Cloud-Kapazitäten und Software. Klassische IT-Bereiche wachsen zwar ebenfalls, aber deutlich langsamer.
Diese Entwicklung ist insbesondere für Europa relevant, da hier neben KI und Cloud Computing auch regulatorische Anforderungen, Datenschutz, Resilienz und digitale Souveränität eine größere Rolle spielen. Die IT-Ausgaben werden also nicht nur aufgrund technologischer Innovationen steigen, sondern auch, weil Unternehmen ihre Infrastruktur robuster, skalierbarer und kontrollierbarer machen müssen.
Die Prognose von Gartner zeigt: IT wird noch stärker zu einem strategischen Investitionsfeld. Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst viel in KI zu investieren, sondern die richtigen Projekte auszuwählen. Unternehmen müssen klar bewerten, welche Investitionen tatsächlich zu mehr Effizienz führen, Kosten senken, Risiken reduzieren oder neue Umsatzpotenziale eröffnen. Damit wird die KI-Infrastruktur zum großen Wachstumstreiber der weltweiten IT-Ausgaben. Für CIOs, CFOs und Geschäftsführungen bleibt jedoch die zentrale Frage: Welche IT-Investitionen rechnen sich wirklich?
Konkrete Handlungsempfehlungen im Unternehmen:
- KI- und IT-Investitionen nach ROI, Effizienzgewinn und Risikoreduktion priorisieren.
- Cloud-, IaaS-, Speicher- und Rechenzentrumskosten regelmäßig prüfen und forecasten.
- Vor jedem größeren KI-Projekt klare KPIs definieren, etwa Zeitersparnis, Automatisierungsgrad oder Fehlerreduktion.
- Bestehende Systeme wie ERP, CRM und Finanzsoftware sauber integrieren, statt neue Insellösungen aufzubauen.
- Investitionen schrittweise planen, mit Pilotprojekten starten und erst bei messbarer Wirkung skalieren.































